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Pleyel als Verleger


 
Schon in den 1780er Jahren (in Pressburg) hatte Pleyel mit dem Gedanken gespielt, dass es wünschenswert sei, sein eigener Verleger zu werden. Bereits im Juli 1786 schrieb er nach Pressburg, dass er "[...] Selbstverleger und Besorger [...]" seiner künftigen Werke werde. Die Pressburger Zeitung schrieb: "Gewissenslose Piraterie und korrupte Ausgaben meiner Werke haben mich bisher völlig der Früchte meiner Arbeit beraubt. Handschriften verschiedenen Ursprunges sind aufgegriffen und vermischt worden, und [...] sind ohne mein Wissen [...] gedruckt worden. [...] Diese beklagenswerten Umstände haben mich dazu bewogen, selbst in Zukunft als Herausgeber und Verteiler meiner Werke tätig zu werden."
Mit der Ermunterung seiner Familie, entschloss sich Pleyel nun tatsächlich, sein eigener Verleger zu werden. Er verkaufte sein Landgut und übersiedelte mit seiner Familie im Frühjahr 1795 nach Paris. Nun wurde im Herzen von Paris Wiener Klassik gespielt.

 
Wieder legte der Meister aus Ruppersthal einen Grundstein, diesmal für die später so populär gewordenen "Concerts olympiques". 1797 gründet er in der Rue Neuve des Petits- Champs zusammen mit seinem Schwager Jean Daniel Schäffer den Verlag "Chez Pleyel". Dieser edierte in den Jahren seiner Existenz die stolze Zahl von rund 4000 Musikwerken. Er druckte nicht nur Stücke seines Lehrers Haydn, sondern auch seiner Zeitgenossen wie Beethoven, Mozart, Hummel und Onslow, vor allem war er um die Verbreitung der Werke Boccherinis bemüht.
Im Jahre 1801 gab Pleyel die "Collection complette des quatuors d' Haydn, dédiée au Premier Consul Bonaparte" heraus. Die erste Ausgabe umfasste 80 Streichquartette, danach ein Nachtrag mit zwei Quartetten und schließlich noch eines. Zu den Pioniertaten des Musikverlages Pleyel zählte die Erfindung der Taschenpartitur durch die Reihe "Bibliothèque musicale", die 1802 mit der Edition von vier Symphonien Haydns begann, denen zehn Ausgaben mit dessen Streichquartetten folgten. Daraufhin verfasste Haydn am 6. Dezember 1802 folgenden Brief an Pleyel: "Ich bin Ihnen für die ungewöhnlich schöne Ausgabe der Quartette, die Sie mir über Herrn Pichl geschickt haben, sehr dankbar: wegen ihrer schönen Gravur, dem Papier - und die Tatsache, dass sie so korrekt sind - sowie ihr allgemeines Aussehen, wird man sich ewig deswegen an Sie erinnern." 1797 galt auch als Gründungsdatum der Klavierschule "Nouvelle Méthode de Pianoforte, contenant les principes du doigté", die er gemeinsam mit dem seinerzeit berühmten Pianisten Jan Ladislaus Dussek (1760 - 1812) herausgab.